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IAPG: Projekte

Projekt „Überwachung von Sickerwasser in Deponien mittels hyperspektraler Sensoren“

Projekt von M. Weisensee und H.-P. Ratzke

Deponiesickerwasser, Probennahme In Deutschland gibt es derzeit ca. 4.500 Deponien, in denen Industrie- und Kommunalabfälle eingelagert werden bzw. wurden. Ungefähr die Hälfte dieser Deponien wird nicht mehr für die Ablagerung von Abfällen genutzt und befindet sich derzeit in der so genannten Nachsorgephase. Diese erstreckt sich nach den derzeit gültigen nationalen und internationalen Gesetzen über einen Mindestzeitraum von 30 Jahren, der sich je nach Lage und Konstruktion der Deponie sowie der eingelagerten Materialien um mehrere Jahrzehnte verlängern kann. In der Literatur werden für einzelne Deponiestandorte Nachsorgezeiträume von > 100 Jahren diskutiert. Nach eigenen Erhebungen, die im Rahmen des Projektes durchgeführt wurden, schwanken die Untersuchungsintervalle zur Kontrolle des Deponiesickerwassers in Niedersachsen zwischen 1x/Woche bis zu 1X/Jahr; die Kosten für derartige Untersuchungen schwanken zwischen 1.000,- €/a bis zu 60.000,- €/a in Abhängigkeit der Untersuchungsintensität und der zu untersuchenden Parameter.

Sensor der Fa. TRIOS (Typ: ProPS)In dem laufenden Projekt sollen hyperspektrale Sensoren entwickelt werden, die eine kontinuierliche Überwachung des Deponiewassers ermöglichen. Damit wird eine wesentlich höhere Datendichte erreicht. Weiterhin können Leckagen am Dichtungssystem der Deponien zeitnah festgestellt werden, so dass die Auswirkungen auf die Umwelt – Kontaminationen des Grundwassers – vermindert werden können. Damit reduzieren sich die z.T. erheblichen Kosten für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen zur Reinigung des Grundwassers.

Neben der höheren Datendichte kommt es auch zu Kosteneinsparungen. Dies gilt insbesondere für Standorte in sensiblen Bereichen oder für Deponien, die mit Sonderabfällen beschickt wurden, da für diese Standorte umfangreiche und damit kostenintensive Analyseprogramme durchzuführen sind.

Als Projektpartner konnten die Firmen TRIOS GmbH aus Oldenburg sowie alphacon GmbH aus Ganderkesee gewonnen werden. TRIOS – ein Spinn Off der Carl von Ossietzki Universität Oldenburg – stellt die Sensoren zur Verfügung und unterstützt bei der Auswertung der gewonnenen Daten. Seitens alphacon wird die notwendige chemische Analytik durchgeführt.

Projektlaufzeit: 01.07.2005 bis 30.06.2007

Förderung: AGIP – Arbeitsgruppe Innovative Projekte beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Manfred Weisensee
Tel. 0441 – 7708 3101, E-Mail

Dipl. Geogr. Hans-Peter Ratzke
Tel. 0441 – 7708 3267, E-Mail

Veröffentlichungen:

Hochschule am Markt, Ausgabe Oktober 2006, S. 7

 

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